Ein Leben für Blau-Weiß

Artikel vom 13. Dezember 2025
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Ein Leben für Blau-Weiß: Zum 90. Geburtstag unseres letzten Gründungsmitglieds Willi „Wim“ Steins
Am Mittwoch, 10.12.2025, wäre unser Sportkamerad Willi „Wim“ Steins 90 Jahre alt geworden. Statt mit ihm zu feiern, blicken wir heute voller Dankbarkeit und Wehmut auf sein Leben zurück.
Wim war das letzte verbliebene Gründungsmitglied unseres Vereins. Von der ersten Stunde im Jahr 1950 bis zu seinem Tod am 19. September 2025 hielt er uns die Treue – stolze 75 Jahre lang. Er war das Fundament, auf dem wir heute stehen.
Ein bewegender Abschied
Besonders tröstlich ist für uns die Erinnerung an die Tage kurz vor seinem Tod. Wim hatte sich das ganze Jahr über auf unsere Jubiläumsehrung gefreut und immer wieder nach dem Termin gefragt. Auch wenn er an der Feier selbst nicht mehr teilnehmen konnte, erreichte ihn die Ehrung doch noch rechtzeitig. Sein Bruder Horst nahm die Urkunde für ihn entgegen und brachte sie ihm ins Pflegeheim.
Es war ein Moment des tiefen Friedens: Wim, der nicht mehr sprechen konnte, verstand genau, was sein Bruder in den Händen hielt, und war zu Tränen gerührt. Es wirkt fast so, als habe er auf diesen letzten Gruß seiner Sportkameraden gewartet, um seinen Frieden zu finden – ein passender Schlussstrich unter ein langes, erfülltes Vereinsleben.
Vom Tischtennis zum Fußball-Pionier
Wims Geschichte ist untrennbar mit der Geschichte unseres Vereins verbunden. In den ersten zehn Jahren, als noch Tischtennis gespielt wurde, war er bereits Feuer und Flamme für die Farben Blau-Weiß – eine Leidenschaft, die er wohl auch seiner Liebe zum FC Schalke 04 verdankte.
Als wir 1960 die Fußballabteilung gründeten, gab es noch keinen Platz. Wim war einer derjenigen, die buchstäblich Schweiß vergossen haben, um unser Spielfeld selbst zu errichten. Auf den alten Fotos sieht man ihn oft, wie er kräftig mit anpackt.
Torwart, Schiedsrichter und Frohnatur
Sportlich hatte es ihm das Tor angetan. Viele von uns haben noch das Bild vor Augen: Wim, dick gepolstert wie ein Torwart aus Vorkriegszeiten. Dass er den Ball häufiger aus dem Netz holen musste, als ihm lieb war, tat seiner Begeisterung keinen Abbruch.
Noch wertvoller wurde er für uns als Unparteiischer. Als unser erster und lange Zeit einziger Schiedsrichter nahm er riesige Mühen auf sich. In einer Zeit ohne Autos war er oft halbe Tage mit Bus und Bahn im Essener Kreis unterwegs, um für den Sport da zu sein.
Aber Wim war nicht nur Sportler, er war ein Mensch, der das Leben liebte. In den Mülheimer Kneipen war er für jeden Schabernack zu haben, und seine Liebe zur Musik begleitete ihn sein Leben lang – sei es im Mintarder Kirchenchor oder später im Gesangverein in Oberhausen.
Wim, mach et jot!
Wir stellen uns gerne vor, wie er nun dort oben im Kreise der anderen Vereinsgründer und alten Weggefährten sitzt – vielleicht mit seiner Urkunde in der Hand – und auf uns herabschaut.
Lieber Wim, wir danken dir für 75 Jahre Treue, deinen Einsatz und dein Lachen. Du wirst uns fehlen.
„Wim mach et jot, Alla“ 💙🤍
